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Knochenmarksuntersuchung kann Myelomprogression vorhersagen

Kein Kommentar Von ; Übersetzt von Sabine Schock
Veröffentlicht: 2. Februar 2011 15:41
Knochenmarksuntersuchung kann Myelomprogression vorhersagen

Eine neue europäische Studie zeigt, dass der Prozentsatz von Plasmazellen in einer Knochenmarksprobe ein starker Indikator für eine Progression des Multiplen Myeloms im Anschluss an die Stammzelltransplantation ist.

Obwohl die gegenwärtige Definition für eine komplette Remission weniger als 5 Prozent Plasmazellen in einer Knochenmarksprobe verlangt, fanden die Autoren der Studie heraus, dass Patienten mit mehr als 1,5 Prozent Plasmazellen im Knochenmark mit größerer Wahrscheinlichkeit einen Progress erleiden. Zusätzlich gab es eine Tendenz für ein kürzeres Überleben bei diesen Patienten.

Die Studienautoren schlussfolgerten daraus, dass eine Überprüfung des Knochenmarks einer der ersten Schritte in der Abschätzung der Resttumormasse nach einer Stammzelltransplantation sein sollte.

Die gegenwärtigen Kriterien für die komplette Remission schließen eine negative Serum- und Urinimmunfixation und weniger als 5 Prozent Plasmazellen im Knochenmark ein. Die Immunfixation ist eine Labortechnik, die verwendet wird, um die Anwesenheit von Antikörpern zu entdecken, die durch die Myelomzellen produziert werden.

Obwohl die gegenwärtigen Kriterien von vielen führenden Myelom-Forschungsgruppen empfohlen werden, sind einige Myelom-Spezialisten der Meinung, dass die Überprüfung des Knochenmarks für Patienten mit negativer Immunfixation unnötig ist. Gegner dieser Überprüfung behaupten, dass die Überprüfung für Patienten nicht nur unangenehm ist, sondern dass es darüber hinaus nicht bewiesen ist, dass es sich dabei um einen prognostischen Faktor für das Myelomüberleben handelt. Darüber hinaus sind viele der Meinung, dass die 5 Prozent-Grenze für Plasmazellen im Knochenmark willkürlich ist.

Um den Einfluss der Plasmazellzählung im Knochenmark auf das Langzeitüberleben der Patienten zu bestimmen, analysierten Ärzte der Universität Barcelona rückblickend Daten von 35 Myelompatienten, die zwischen 1994 und 2008 eine autologe Stammzelltransplantation erhalten haben. Nach einer Hochdosischemotherapie mit Melphalan erreichten alle Patienten eine negative Immunfixation und erhielten eine Knochenmarkspunktion.

Der mittlere Prozentsatz von Plasmazellen im Knochenmark betrug 0,8 Prozent. Die Studienautoren gaben zu, dass ihre Ergebnisse ungewöhnlich niedrig waren. Sie zitierten einen neuen Bericht der Mayo Klinik, in dem 14 Prozent der Myelompatienten mit negativer Immunfixation 5 Prozent oder mehr Plasmazellen im Knochenmark hatten. Die Autoren erklärten die Unterschiede in den Ergebnissen damit, dass die Mayo Klinik-Studie Patienten einschloss, die eine komplette Remission nach der Chemotherapie oder Stammzelltransplantation erreicht hatten und dass die Mayo Klinik-Studie zusätzlich zu den Knochenmarksaspiraten auch Biopsieproben eingeschlossen hatte.

Aus  der statistischen Analyse ihrer Daten schlossen die Autoren, dass eine Begrenzung der Plasmazellen im Knochenmark auf 1,5 Prozent das Patientenergebnis am besten voraussagen würde. Von den 35 Patienten in der Studie hatten 10 Patienten mehr als 1,5 Prozent Plasmazellen im Knochenmark. Zusätzlich war der Prozentsatz von Plasmazellen im Knochenmark nach der Stammzelltransplantation ähnlich, unabhängig davon ob Patienten anfangs mit Chemotherapie oder den neuen Substanzen behandelt wurden.

Nach einer mittleren Beobachtungszeit von 7,3 Jahren wurde das mittlere progressionsfreie Überleben für Patienten mit 1,5 Prozent oder weniger Plasmazellen im Knochenmark noch nicht erreicht, im Vergleich zu 3,1 Jahren für Patienten mit mehr als 1,5 Prozent Plasmazellen im Knochenmark.

Das mediane Gesamtüberleben ist bei Patienten mit 1,5 Prozent oder weniger Plasmazellen im Knochenmark noch nicht erreicht worden und beträgt 9,7 Jahre bei Patienten mit mehr als 1,5 Prozent Plasmazellen im Knochenmark. Das Überleben scheint bei Patienten mit niedrigeren Prozentsätzen an Plasmazellen im Knochenmark länger zu sein, aber die Überlebenszeiten für die zwei Gruppen unterschieden sich zur Zeit der Analyse noch nicht statistisch signifikant.

Für weitere Information kann man die Zusammenfassung der Studie auf Englisch in der Zeitschrift Biology of Blood and Marrow Transplantation nachlesen.

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