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ASCO 2010 Multiples Myelom Update – Tag 2

By: Pat Killingsworth; Published: June 6, 2010 @ 6:39 pm | Comments Disabled

Samstag, 5. Juni, war der zweite Tag des jährlichen Treffens der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2010 in Chicago. In Bezug auf das Myelom ein arbeitsreicher Tag mit vielen Postern und Vorträgen über das multiple Myelom. Daher gibt es in dieser Tagesübersicht viel zu berichten.

Fast 40 Poster, die sich mit dem Myelom beschäftigten, waren in der Postersession “Lymphom und Plasmazellerkrankungen” aufgehängt, sechs davon kamen vom Team der Universität von Arkansas für medizinische Wissenschaften (UAMS). Zwei von diesen Postern waren herausragend und betreffen das Total Therapie-Programm, welches kontinuierlich aktualisiert und am UAMS untersucht wird.

Im ersten dieser zwei UAMS-Poster verfolgten die Wissenschaftler 231 Patienten, die sich einer Stammzelltransplantation unterzogen hatten. Das wichtigste Ergebnis: 45 Patienten sind nach 17 Jahren noch am Leben. Dieses Ergebnis übersteigt deutlich die derzeitigen nationalen Durchschnittswerte, welche bei 10 Prozent für ein 10-Jahresüberleben liegen.

Das zweite wichtige Poster untersuchte die zweite und dritte Wiederholung der Total Therapie Behandlungen (TT2 and TT3) und vergleicht die Patienten, die die empfohlene Erhaltungstherapie mit Velcade (Bortezomib), Thalidomid und Dexamethason nach Transplantation fortsetzten, mit denjenigen, die die Erhaltungstherapie frühzeitig beendeten. Das Studienergebnis zeigt, dass die Patienten, die die Therapie eher beendeten, eine kürzere Zeit bis zu ihrer nächsten Behandlung haben. Oder, um es anderes herum auszudrücken, Patienten, die die Erhaltungstherapie fortsetzten, verlängerten die Zeit bis zu ihrer nächsten Behandlung.

Unter den restlichen Postern dieser Sitzung sollte das Poster vom European Cancer Netzwerk erwähnt werden. Die Studie analysierte die Ergebnisse von sechs kürzlich durchgeführten Studien.  Sie bestätigt, dass die Zugabe von Thalidomid zu Melphalan und Prednison bei vorher unbehandelten älteren Patienten die Zeit bis zu einer Progression und das Gesamtüberleben verlängert.

Die Mayo Klinik hatte ebenso ein interessantes Poster. Es verglich drei Kombinationsbehandlungen bei neu diagnostizierten Patienten: Revlimid (Lenalidomid)+Dexamethason (RD); Cyclophosphamid+Revlimid+Dexamethason (CRD) und Cyclophosphamid+Velcade (Bortezomib)+Dexamethason (CyBorD).  Die Ergebnisse zeigen klar, dass die CRD-Kombination den anderen beiden Kombinationen unterlegen ist. Bei der Frage, welche der beiden anderen Kombinationen die bessere ist, entschieden sich die Autoren für CyBorD, obwohl die Daten, die dafür sprechen, an diesem Punkt nicht so ganz eindeutig sind. Das mediane progressionsfreie Überleben war zum Beispiel bei den RD-Patienten länger als in der CyBorD-Gruppe (3.2 Jahre vs. 2.6 Jahre).

Zusätzlich zu der Postersession fand ein wichtiges Abendsymposium mit dem Titel: ”Neue Therapien für das multiple Myelom” statt.  Auf diesem Symposium wurden die Ergebnisse von vier kürzlich durchgeführten klinischen Studien präsentiert und diskutiert.

Die erste Studie, die vorgestellt wurde, war die Phase II-Carfilzomib-Studie bei refraktären/rezidivierten Patienten. Carfilzomib ist ein Proteasomeninhibitor wie Velcade, der laut bisher durchgeführten Studien mit weniger Nebenwirkungen verbunden ist. Es besteht im Moment ein großes Interesse an Carfilzomib und eine regelrechte “Begeisterung” auf dem diesjährigen Treffen.

Das Ansprechen auf Carfilzomib in dieser Phase II-Studie war sehr viel höher bei Patienten, die bisher noch kein Velcade erhalten hatten (45-55 Prozent versus 21 Prozent), was nicht überraschend ist, wenn man sich  die Ähnlichkeiten von Velcade und Carfilzomib vor Augen hält. Die Dauer des Ansprechens war signifikant, auch bei Patienten, die nur ein minimales Ansprechen erreichten. Die Nebenwirkungen wurden als klinisch beherrschbar beschrieben. Aufgrund der geringeren Nebenwirkungen sagte Dr. Ravi Vij von der Washington Universität (St. Louis), dass die Ergebnisse darauf hinweisen, dass Carfilzomib bei Kombinationsbehandlungen vorzuziehen sei. Zusätzlich könnte es wegen der geringeren Nebenwirkungen in höheren Dosierungen verabreicht werden.

Die zweite Studie, die vorgestellt wurde, war eine Phase Ib-Studie über Panobinostat in Kombination  mit Velcade und Dexamethason bei refraktären/rezidivierten Patienten. Das Gesamtansprechen betrug 70 Prozent bei allen Patienten und 60 Prozent bei Patienten, die nicht auf Velcade angesprochen hatten. Die Wissenschaftler haben bisher nur die Daten der ersten drei Monate ausgewertet, so dass noch keine Angaben über die Zeit bis zur Progression vorliegen. Eine signifikante Anzahl von Patienten hatten niedrige Blutzellwerte, aber Dr. Kenneth Anderson von der Harvard Universität sagte, dass diese Nebenwirkungen beherrschbar waren. Dr. Anderson fügte hinzu, dass dies die effektivste Kombination bei Patienten sei, die auf Velcade nicht angesprochen hatten, die man bisher gesehen hat. Eine Phase III–Studie mit Panobinostat und Velcade vs. Velcade allein läuft zur Zeit.

Die dritte Studie war eine Phase II-Studie mit Pomalidomid in Kombination mit Dexamethason in schwer vorbehandelten Myelompatienten. Pomalidomid ist eine Substanz, die sowohl mit Thalidomid als auch mit Revlimid chemisch verwandt ist. Der Vortrag wurde von Dr. Martha Lacy von der Mayo Klinik gehalten. Das Gesamtansprechen (partielles Ansprechen und besser) auf Pomalidomid betrug 26 Prozent, 54 Prozent der Patienten erreichten zumindest ein minimales Ansprechen. Die Zeit bis zum Ansprechen betrug nur einen Monat, was relativ schnell ist. Dr. Bart Barlogie von der Universität of Arkansas schlug vor, dass  Pomalidomid plus Dexamethason aufgrund des schnellen Ansprechens als Erstlinientherapie eingesetzt werden könnte. Das Gesamtüberleben betrug 86 Prozent nach 6 Monaten. Die Ansprechraten waren bei Hoch- und Niedrigrisikopatienten gleich, was eher ungewöhnlich ist.

Dr. Sagar Lonial von der Emory Universität kommentierte die Pomalidomid-Ergebnisse optimistisch. Er sagte: “Diese Patientengruppe war eine der am stärksten vorbehandelten Patienten, die je in eine solche Studie aufgenommen wurden.” Er fuhr fort:“Dies sind wirklich eindrucksvolle Ergebnisse.“  Zukünftige Pomalidomid-Studien werden die Wirksamkeit und Sicherheit höherer Dosierungen dieser Substanz untersuchen.

Die vierte Studie war eine Phase 1-Studie mit Elotuzomab plus Velcade bei refraktären/rezidivierten Patienten.Die Gesamtansprechrate (partielles Ansprechen und besser)  betrug 48 Prozent und 68 Prozent der Patienten erreichten zumindest ein minimales Ansprechen. Die Zeit bis zur Progression betrug insgesamt 9.5 Monate, ebenso bei Velcade-refraktären Patienten. Die häufigsten Nebenwirkungen waren Müdigkeit, Anämie und Durchfall. Die häufigsten ernsten Nebenwirkungen waren Lymphopenie (niedrige Zahl weißer Blutkörperchen).Die Elotuzomab plus Velcade Kombination schien gut toleriert zu werden ohne Dosis-begrenzende Nebenwirkungen. Die Wissenschaftler gehen von einem synergischen (einander ergänzenden) Effekt von Elotuzumab und Velcade aus.

Insgesamt gab es viel Begeisterung für die auf diesem Abendsymposium vorgestellten Ergebnisse. Viele Teilnehmer verließen die Sitzung mit dem Gefühl, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis neue Behandlungsmöglichkeiten für Myelompatienten zu Verfügung stehen werden.

Englisches Original: ASCO 2010 Multiple Myeloma Update – Day Two [1]


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